Erstes Interview

 

MD-Nina-Carlo Hat sich Ihre Medialität vor den Nah-Tod-Erfahrungen bemerkbar gemacht ?

 

Ein wenig, aber sicherlich nicht wie heute. Es ist wahr, in Wirklichkeit habe ich mich immer anders gefühlt als die anderen Kinder, sogar als ich noch sehr klein war. Ich hatte den Eindruck, nicht dasselbe zu empfinden, vor allem mit meinen Vorahnungen, die ich hatte.

So wusste ich schon im Alter von zehn Jahren, dass ich mich mit einem geschiedenen Mann mit zwei Kindern verheiraten werde. In Wirklichkeit und während einer langen Zeit meines Lebens hatte ich überhaupt keine Ahnung über die Medialität und über die Auswirkung, die sie haben könnte, vor allem was mich betrifft.

Hat Ihre Medialität nach den Nah-Tod-Erfahrungen an Bedeutung gewonnen ?

Ja, aber nicht sofort. Sie hat sich stufenweise entwickelt. Dieser Trend entsprach der Form einer Reinigung : Schrittweise schloss ich alles aus, was ich nicht mehr benötigte, um für das, was sich in mir entwickelte, Platz zu machen, ohne vor allem am Anfang zu wissen, um was es sich wirklich handelte. Dies betraf vor allem, was man mich in der Religion gelehrt hatte und da passte die Entdeckung der Vibrationsebenen genau dazu.

Was war passiert ?

Nach meinen zwei Nah-Tod-Erfahrungen 1994, aber vor allem nach dem dritten im Jahr 2002 habe ich stufenweise festgestellt, dass ich Stimmen hörte und verstorbene Menschen sah (Entität). Das geschah nach und nach, ohne dass ich verstand, was in mir vorgeht.

Das erste Mal handelte es sich um ein kleines Kind, das ich sitzend auf den Treppenstufen unseres Hauses entdeckte. Ich betrachtete es, ohne Angst zu haben. Ich hatte sofort verstanden, dass es sich um ein verstorbenes Kind handelte, das um Hilfe bat und dass ich für es beten sollte.

Danach erschienen so viele Entitäten und ich hatte das Gefühl, das ganze Haus wäre voll von ihnen. Sie erschienen bei mir, weil sie um Hilfe baten.

Ich erhielt den Weitblick, nachdem mir Maria erschienen war. Sie sah  ungefähr so aus, wie man sie darstellt: Sie war in beige gekleidet, eine große Kordel um den Körper und einen Schleier auf dem Kopf; in diesem Augenblick vernahm ich einen Geruch von Blumen und Rosen.

Nach diesen Ereignissen, das muss ich noch hinzufügen, fing ich an,  automatisch Nachrichten zu schreiben. Das heißt, ich hörte in meinem Kopf einen Satz, der sich ständig wiederholte und habe dann  schnell begriffen, dass ich ihn aufschreiben sollte.

Und wie haben Sie die erste Nachricht von Pater Pio erhalten ?

Als ich die Weitsicht hatte, erhielt ich Nachrichten, die aber nicht unterzeichnet waren. Am Anfang waren sie sehr kurz, vier oder fünf Zeilen und dann begannen sie länger zu werden, als ob man versuchte, mich an den Moment zu gewöhnen, bis sie eine Seite lang waren.

Diese Nachrichten bezogen sich auf das Jenseits. Sie berichteten mir über die Kommunikationen zwischen der Erde und dem Jenseits. Man erklärte mir das Prinzip der Reinkarnation. Es waren Nachrichten von Liebe und Frieden.

Das musste Sie überraschen ?

Natürlich, am Anfang hat es mich sehr stark überrascht; ich bekam Angst  verrückt zu werden. Ich sagte mir, das kann nicht möglich sein. Ich hatte nie zuvor von Medialität gehört im Sinne so wie ich es augenblicklich sage und ich betrachtete mich wirklich nicht als Medium. Ich war ganz verloren … Die Nachrichten erschütterten mich, aber schlussendlich musste ich sie akzeptieren.

Am Anfang hatte ich niemanden, mit dem ich meine Ereignisse teilen konnte. Ich war allein ohne mich jemandem anvertrauen zu können was in mir vorgeht. Aber dann begann meine Familie mir zu folgen und akzeptierte diese Phänomene.

Unter diesen schwierigen Bedingungen befragte ich das Jenseits, mir die Kraft und das Gespür zu geben, um verstehen zu können, was in mir passierte.

Ich betete schon sehr oft und setzte dann meine Gebete morgens, nachmittags, abends und sogar während meiner häuslichen Arbeiten fort. Für mich ist das Beten das Wesentlichste.

Wann erhielten Sie die erste Nachricht unterzeichnet ?

Es ist noch nicht sehr lange her, es war erst vor einem Jahr, es war im Januar 2005.

Das erste Merkmal des Textes war, dass er viel länger als üblich war.

Ich habe ihn wie die anderen Texte abends gegen 23 Uhr erhalten. Als er zu Ende war, wollte ich mein Notizbuch schließen, in der Annahme die Übertragung von Informationen sei zu Ende. Aber dann hat man mich gebeten, es nicht zu tun und hat mir einen Namen so wie Petro de Pietrelcina diktiert. Ich schrieb den Namen sofort nieder und schlief ein.

Die Nachricht, die ich an diesen Tagen erhielt, sprach von Liebe und Frieden.

Wie war Ihre Reaktion als Sie die Nachricht am nächsten Tag nochmals lasen ?

Sobald ich aufwachte, hatte ich mein Notizblock genommen und las den Text, den ich am Vortag erhalten hatte. Die Unterschrift irritierte mich und ich wollte unbedingt wissen, von wem sie ist. Ich schaute in meinen Büchern nach um irgendein Indiz zu finden. Ich sendete ein Email an eine Person, die mir sagte es handele sich um Vater Pio von Pietrelcina. Ich entzifferte Buchstaben um Buchstaben und tatsächlich stimmte die Unterschrift mit „Vater Pio“ überein.

Ich weinte und zitterte als ich verstanden hatte, dass die Unterschrift von ihm sei, denn ich sagte mir „es kann doch nicht möglich sein, von ihm eine Nachricht zu erhalten.

Warum hatten Sie diese Reaktion ?

In der Tat, ich war sehr berührt … und fragte mich, warum ich begann, Nachrichten aus dem Jenseits zu empfangen! Ich dachte, das kann doch nicht möglich sein, dass ich für solche Kontakte ausgewählt wurde! Zu dieser Zeit wusste ich nicht, wer mein Gesprächspartner war. Was mich irritierte, war der Kontakt mit dem Jenseits.

Danach haben Sie natürlich versucht, etwas mehr über Pater Pio zu erfahren ?

Ich begann ganz einfach zuerst in meinem Lexikon und dann im Internet zu suchen … Danach, in den Nachrichten, die ich erhielt, gab mir Pater Pio einige ihn betreffende Buchtitel und bat mich, sie zu lesen, um sein gelebtes Leben besser zu verstehen. Eines der Bücher handelte vor allem von Pater Pio aus Pietrelcina, geschrieben von Bruder Arni Decorte (Ausgabe).

Wie haben Sie sich verhalten als Sie entdeckten, dass es sich um die Persönlichkeit von Pater Pio handelt ?

Beim Lesen seiner Bücher weinte ich sehr oft, denn ich fand zwischen unserer beider Leben viele Ähnlichkeiten. Als Pater Pio noch ein Baby war weinte er sehr oft und so sehr, dass eines Tages sein Vater ihn beinahe aus dem Fenster ihrer ärmlichen Unterkunft warf. Auch ich war ein Kind, das sehr viel weinte und meine Eltern hatten große Mühe, das zu ertragen. Er hatte auch sehr viele körperliche Schmerzen wie ich und die ich noch habe (A.D.R. Mireille Drapeau wurde vierundzwanzigmal operiert). Auf der moralischen Seite war er während seines ganzen Lebens Opfer von Unverständnis und Ungerechtigkeit, vor allem bei seinem Orden. Was mich betrifft, ich litt an Unverständnis und unzähligen Demütigungen seitens meiner Familie, die mich verstieß. Um nicht noch mehr zu sagen: Dies gab mir ein Gefühl einer sehr beängstigenden Einsamkeit.

Blieb die Häufigkeit der Nachrichten immer gleich ?

Am Anfang waren sie sporadisch, jeden Monat eine Nachricht oder alle zwei Monate. Aber seit dem letzten November hatte sich die Häufigkeit sehr geändert, denn da bekam ich eine bis zwei Nachrichten pro Woche.

Sie kommen immer in der Nacht, das heißt sehr oft wenn sich der Tag dem Ende zu neigt, oder morgens wenn ich aufwache. Wenn die Konditionen günstig sind, bekomme ich sie auch manchmal im Laufe des Nachmittags, aber sehr selten. Jetzt dauern sie 30 Minuten, bis auf einmal, als der Kontakt außergewöhnlich gut war, dauerte es 45 Minuten.

Sie hören es in Hellhörigkeit ?

Ja, ich höre deutlich. Ich beeile mich zu sagen, dass mir die Nachrichten natürlich auf französisch ohne Akzent diktiert werden – man stellt mir manchmal die Frage! Das Timbre der Stimme ist eher tief und der Ton ist ziemlich autoritär.

Je wichtiger die Nachricht ist, desto ernster ist die Stimme und ich spüre es sehr deutlich.

Sehen Sie ihn zur gleichen Zeit ?

Ich sehe ihn nicht, aber dafür spüre ich seine Anwesenheit immer an meiner rechten Seite.

Es kommt auch vor, dass ich seine Anwesenheit in anderen Momenten neben mir spüre, selbst wenn ich keine Nachrichten erhalte.

Greift Pater Pio auch außerhalb der Nachrichten in ihr Leben in irgendeiner Weise ein ?

Ja, so wie ich es gerade sagte, ich fühle manchmal seine Anwesenheit in meiner Nähe, vor allem wenn ich eine Konferenz halte. In letzter Zeit kommt es sogar vor wenn ich ein Fehler mache, dass er mich korrigiert, dass er mich bittet präziser zu sein, oder dass ich eine ausführlichere Erklärung geben solle.

Kann man sagen, dass er Ihnen gegenüber sehr anspruchsvoll ist ?

Nein, er ist voll von immenser Liebe. Ich empfinde ihn für mich eher wie einen Bruder oder sogar wie einen Vater !

Hat er Ihnen gesagt, warum er Sie als Feder auswählte, um die Nachrichten zu übermitteln ?

Ja, eines Tages hat er es durch ein Medium gesagt. Er hatte für mich sehr zärtliche Worte. Er sagte mir auch, dass ich seine Mission, die er auf Erden angefangen hat, fortsetzen müsste, indem ich seine Parolen, seine Nachrichten über die ganze Welt verbreiten solle. Er fügte noch hinzu, er werde mir Türen öffnen, damit es so sein wird.

Da ich in Ihn ein absolutes Vertrauen habe, bin ich nicht beunruhigt und bin mir sicher, dass er es macht und machen wird.

Er bat um die Veröffentlichung eines Buches mit seinen Nachrichten. Hat er Ihnen einen Hinweis auf die voraussichtliche Dauer der Nachrichten gegeben ?

Nein. Er hatte vor kurzem nur klar gestellt, dass sich die Frequenz intensivieren werde, weil die Welt es nötig hat.

Können Sie uns jetzt an die wichtigsten Themen seiner Botschaften erinnern ?

Die großen Themen seiner Botschaften sind Liebe, Frieden und Freude. Trotz der aktuellen Probleme auf der Erde beschwört er uns, auch weiterhin zuversichtlich zu sein. Und was unsere Hilfe für die Entwicklung der Erde betrifft, bat er uns, in der Liebe zu sein und nicht an der Liebe des Jenseits zu zweifeln, „Die“ im Jenseits sind gegenwärtig.

Sprach er über die Reinkarnation ?

Ja, aber eher in einem Beispiel wenn man von den kommunizierenden Gefäßen spricht.

Einerseits sagt er, entleert sich das Gefäß um das Andere zu füllen und so geht es hin und her.

Eine von unseren Leserinnen, die Nonne ist, war vor kurzem erstaunt, dass er in seinen Botschaften nicht mehr über Jesus und Maria spricht.

Ich glaube, ich weiß warum. Er hat mir deutlich gemacht, dass die Botschaften, die ich erhalte nicht religiöse, sondern spirituelle sind. Sie sind für die spirituelle Evolution bestimmt. Er spricht nie von den Religionen, von keiner. Seine Nachrichten beziehen sich der Spiritualität, der Liebe.

Glauben Sie, eines Tages wie die Millionen Pilger nach San Giovanni Rotondo zu gehen ?

Zuerst dachte ich, ja. Heute erhalte ich von Leuten viele Briefe, die mir Bilder von San Giovanni Rotondo, vom Kloster, von seinem Grab senden… In der Tat, warum sollte ich hingehen?  Ich weiß genau, dass er sich dort nicht befindet! Er ist lebendig, er ist mit uns. Das wäre für mich von keinem großen Nutzen. Ich würde nicht mehr von Ihm erfahren.

Gab Pater Pio Ihnen außer seiner Nachrichten Tipps oder Ratschläge ?

Es gibt eine Sache, die ich sagen kann. Pater Pio ist nicht wirklich mit dem Eifer, mit der man Ihn auf seinem Grab zeigt, einverstanden. Er war ein bescheidener Mensch und er hat das nicht nötig… Aber man kann das den Pilgern nicht sagen, denn die würden das nicht verstehen. Für sie, seinen Rosenkranz und sein Grab zu berühren, gibt ihnen den das Gefühl von ihm geholfen zu werden…

(A.D.R.: Vor einigen Jahren sagte er schon das Gleiche und zwar durch den Kanal von Françoise Flamant.)

Was sagt er über die Evolution der Erde ?

Er sagte auch, dass sich die Erde entwickeln muss um die „Neue Erde“ zu werden, die sich mit dem „Neuen Himmel“ verbindet. Wir haben eine Etappe zu überwinden. Wir sind nicht allein um es zu schaffen, die im Jenseits sind in unserer Nähe um uns zu helfen, so wie sie es schon taten. Wir aber müssen uns große Mühe geben und er besteht darauf, dass wir viel mehr beten und segnen sollten.

Wie empfinden Sie diese Verantwortung Botschaften von Pater Pio zu erhalten ?

Ich fühle mich sehr berührt und zur gleichen Zeit spüre ich eine große Kraft, um die Nachrichten bekannt zu machen und wie man so sagt, eine Kraft um Berge zu versetzen. Sie sind für die Entwicklung der Erde sehr wichtig. Um es anders auszudrücken, ich fühle mich sehr leicht und wie getragen…  Ich weiß, er ist in meiner Nähe und er hilft mir bei der Verbreitung der Nachrichten. Ich stelle mich zu seiner Verfügung. Ich habe zu ihm ein totales Vertrauen.

Haben die Nachrichten Ihr Leben beeinflusst ?

Ja natürlich, mein familiäres Leben. Am Anfang musste man sich darauf einstellen. Bei meiner Familie traf ich auf ein gewisses Missverständnis. Sie bezweifelte einiges und verstand nicht, dass vor allem Nachrichten aus dem Jenseits sehr oft von berühmten Persönlichkeiten sind.

Heute hat sich das ganz geändert. Mein Mann sowie meine drei Kinder warten auf die Nachrichten. Und ich würde sogar sagen, und das freut besonders mein Herz, dass sie denen aus dem Jenseits gegenüber eine große spirituelle Offenheit entgegenbringen.

In dem Rest meiner Umgebung kommt es oft vor, Eifersucht und Unverständnis anzutreffen. Aber ich denke, das ist das Los vieler, die beauftragt sind wie ich, die Botschaften des Jenseits zu verbreiten. Und darüber ist niemand erstaunt.

Erhalten Sie manchmal persönliche Nachrichten ?

Ja natürlich, aber sie werden sicherlich gut verstehen, dass ich darüber nicht sprechen kann. Ich behalte diese für mich. Sie sind wirklich persönlich…

Die Nachrichten sind in einer Zeitschrift veröffentlicht. Wie werden Sie diese Nachrichten der Öffentlichkeit bekannt geben ? Mit einem Buch ?

Pater Pio bat mich, sie über die ganze Welt zu verbreiten und zwar zuerst durch ein Buch. Es ist in Bearbeitung und schon sehr fortgeschritten.

Die Nachrichten mussten auf Ihr spirituelles Leben einen großen Einfluss gehabt haben ?

Ja, denn sie erlaubten mir, mich spirituell mehr zu öffnen und über die religiösen Unterrichte, die ich hatte, nachzudenken und einige Grenzen zu entdecken. Ehrlich gesagt, ich bin dem Priester, der unsere Familie besucht, seit kurzem viel offener gegenüber. Pater Pio schätzte meine Reaktion sehr, weil sie aufrichtig und ehrlich war. Er hat ein unermessliches strahlendes Licht und eine unglaublich große Liebe. Er ist voll Liebe und gibt sie weiter. Wenn er da ist, fühle ich mich erfüllt von Wärme, von Liebe… Übrigens, er ist gerade hier.

Würde er uns ein paar Worte sagen ?

Ja, er sagt wir müssten weiterhin seine Nachrichten empfangen, wir müssten weiterhin sie lesen, sie verstehen. Wir müssen die geistigen Fähigkeiten und den Zweck der Nachrichten verstehen… Wir müssen auch lernen, sie wieder zu lesen. Er sagt, wir müssen lieben und beten.

Möchten Sie noch etwas hinzufügen ?

Ich möchte nur den Leuten sagen, die Nachrichten erhalten, dass es immer Nachrichten der Liebe sind. Wir sollten vor allem nicht vergessen, wenn wir sie erhalten, dass sie ein großes Geschenk sind, eine Gunst.

RAD 99 (2006)